14 Tage im Baltikum - eine kleine Rückschau

Alle drei baltischen Staaten haben ihren Reiz. Auch hier habe ich nur nette Begegnungen gehabt. Zwar nicht so überschwänglich wie in Polen (ich wurde nicht abgeknutscht 😉), doch immer freundlich und zugewandt. Als Frau allein mit Fahrrad unterwegs zu sein, machte den einen oder die andere doch neugierig. Und so ergaben sich auch hier einige Begegnungen. Besonders von den vielen Rennrad- und Gravelbike Fahrern gab es viele Daumen hoch Zeichen oder ich wurde gar abgeklatscht.

Landschaftlich veränderte sich die Küste der Ostsee von Land zu Land. Die Strände wurden kleiner, ab Lettland rauer und felsiger. Die Küstenwälder nehmen zu.

Großartig war das Gefühl mit dem Frühling zu radeln. Die Rapsfelder standen immer in voller Blüte. Wenn ich zwischen den Feldern durchfuhr, verströmten die Rapsfelder einen tollen Geruch, die Lerchen trällerten. Da kamen Kindheitserinnerungen auf, bin ich doch umgeben von Feldern aufgewachsen.

Stete Begleiter waren Störche und Nebelkrähen. Erfreulich viele Kiebitze habe ich auf den Feldern gesehen.
⚡🤔

  • auch im Baltikum wird mächtig gebaut. Nicht so viel wie in Polen, auch nicht so groß. Vor allem Anlagen mit kleinen Hütten
  • Liepāja in Lettland ist seine sowjetische Vergangenheit vor allem in den Vororten immer noch anzusehen, viele heruntergekommene Wohnblöcke. Welch Kontrast zu den schnieke hergerichteten Einkaufs- und Touristenstraßen!
  • Ab Litauen wurde die Beschilderung immer spärlicher. Zum Teil war sie gar nicht vorhanden. Ab Lettland verlief die Streckenführung zum größten Teil auf den Land- und Bundesstraßen. Nicht schön, aber mit Rückenwind konnte ich gut Strecke machen. Der auch an der Ostsee entlangführende Eurovelo 13 bot zwar nette alternative Strecken, jedoch viele Sandwege – mit Gepäck nicht immer eine gute Alternative

 

👍👍👍

  • Die Lavazza-Automaten an jeder erdenklichen Ecke – für mich als Kaffeetrinkerin herrlich!
  • Die kleinen Läden in den Dörfern, in denen es wirklich alles gibt
  • Die vielen Naturschutzgebiete
  • Wie in Polen wird Barrierefreiheit groß geschrieben

‼️

Auch hier hatten noch reichlich Campingplätze geschlossen

Teil 6
Estland

Der Eurovelo 10 führt mich auf der Landstraße über die unspektakuläre Grenze nach Estland. Auf die schönere Streckenführung des Eurovelo 13 habe ich verzichtet, viele tiefe Sandabschnitte. Mit Gepäck nicht machbar ohne längere Strecken schieben zu müssen.

Ab jetzt werden die Campingplätze rarer. RMK-Plätze würden eine Alternative bieten. Diese Plätze werden von der Forst bereitgestellt. Mindestausstattung: Plumpsklo, Wasser und Feuerstelle inklusive Holz. Zum Teil auch einfache Sanitäranlagen und Sauna. Die Plätze, an denen ich vorbeikam, behagten mir nicht, zu dunkel, irgendwie nicht einladend für mich. So landete ich auf dem einzigen mit eigenem Solar betrieben Campingplatz in Estland, dem Solar Camping.

Es folgte der erste wirkliche Nässetest für mich und mein „Material“. Dauerregen ab nachts bis zum übernächsten Morgen. Fazit:

Zelt hält dicht! Regenhose- und -jacke lassen nach 3-4 Stunden Feuchtigkeit durch (ein hamburger Fachgeschäft, auf Outdoor spezialisiert, wird diese Klamotten mit entsprechendem Kommentar wiederbekommen). Da ich meine Regenüberzieher für die Fahrradschuhe zu Hause habe liegen lassen, sind die guten Plastiktüten zum Einsatz gekommen. Füße in die Tüten, dann erst in die Schuhe. Funktionierte 30 km hervorragend, danach begann der Regen langsam von oben in die Tüten zu fließen 😉 Den Rest gaben vor allem die entgegenkommenden Laster dazu, ich wurde durch das Spritzwasser regelmäßig geduscht.

Da weiterhin Regen angesagt war und ich keine Lust hatte, ein nasses Zelt im Regen aufzubauen, ging es für die Nacht in eine Hütte in Haapsalu. Am nächsten Morgen von dort aus mit dem Bus nach Tallinn. 

Habe dort in einem Künstlerinnenhof in einem Minihotel ein Zimmer genommen. Hier lebt der Goldschmied Alin seinen Traum: ein Refugium für Künstler aller Art schaffen, dazu ein Café und Unterkünfte. Er hat diesen aus dem 16. Jahrhundert stammenden Gebäudekomplex gepachtet und liebevoll in Stand gesetzt. Wer die Rezeption seines Minihotels sucht, findet diese rechts neben seinem Goldschmiedewerktisch.

Während alle Klamotten und das Zelt im Zimmer trocknen, bummle ich kreuz und quer durch die Altstadt, schnabuliere mich durch die Markthalle und genieße die Atmosphäre. Doch wie in Riga merke ich, schnell, dass ein Tag in diesen von Touristen überlaufenen Städten mir völlig reichen.

So geht es gleich am nächsten Tag erst mit einer Fähre nach Helsinki und von dort mit der nächsten Fähre nach Mariehamn auf die Aland Inseln. Dort treffe ich meine Familie, ich freue mich so!!

Mit dem Fahrrad Fähre fahren

Mitnahme von Fahrrädern ist überhaupt kein Problem. Eingecheckt wird mit den Autofahrern zusammen. Während des Wartens ergeben sich immer nette Begegnungen. Diesmal ein Ehepaar aus Australien. Beide mit minimalem Gepäck unterwegs. Auf meine Frage, wie sie das hinbekämen, antwortete sie breit grinsend und zwei Creditcards hervorziehend: „Hiermit!“

.

Estland

Erste Eindrücke

Meine Traumreise, meine Auf's und Ab's

.

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.